
Ich komme soeben aus dem Kino wo ich mir Cloverfield angesehen habe. Angeblich "...das wahrscheinlich bestgehütete Kinogeheimnis aller Zeiten..."
Kurz zum Inhalt: 5 New Yorker Freunde feiern den Abschied eines Freundes nach Japan. Inmitten der Feier wackelt das Hochhaus kurz, es gibt einen lauten Knall und der Strom ist weg. Etwas hat die Stadt angegriffen. Der restliche Film dreht sich im Wesentlichen um den Fluchtversuch der Freunde. Nach und nach sieht man mehr von der Kreatur. Es handelt sich um ein spinnenartiges Ungetüm, groß wie ein Hochhaus, das Menschen frisst, Gebäude und Autos in Schutt und Asche legt und dem Panzergeschoße und Flugzeugraketen nichts anhaben können. Außerdem sondert es noch kleine Versionen von sich ab, die sehr schnell und sehr aggressiv sind. Achja, damit nicht genug: Wer von den kleinen Viechern gebissen wird, infiziert sich mit einer Krankheit die sehr schnell zum Tode führt... Es sind also alle Horror Elemente vorhanden... Am Ende des Films ebnet das Militär dann halt auch ganz Manhattan ein.
Soweit so gut. Der ganze Film sieht aus, als ob er mit einer Handkamera gefilmt wurde. Ein Stilmittel was schon bei Blair Witch Project eingesetzt wurde. Das hat zumindest bei mir dazu geführt, dass ich den Film als unheimlich dicht wargenommen habe. Aber bei Gesprächen nach dem Film habe ich gemerkt, dass das offenbar nicht von jedem so aufgenommen wird. Unterbrochen wird der eigentlich Handlungsbogen immer mal wieder von Ausschnitten der Aufnahme, die vorher auf der Kamera war und die einen schönen Tag im Leben zweier der Freunde zeigt. Gut, dass der Film auf einer SD-Karte aufgezeichnet war und es bei digitaler Technik nicht so mit 1:1 Überspielen funktioniert ignorieren wir mal. Überhaupt gibt es hin und wieder einige logische Probleme: Da kann eine Frau die Stunden lang durchbohrt in ihrer Wohnung lag nach wenigen Minuten wieder kilometer weit laufen, da kümmert sich das Militär in einer Krisensituation genau um die (dann noch 3) Protagonisten, usw.. Aber das tut der atmosphärischen Dichte meiner Meinung nach genauso wenig weh, wie die Schleich(eher Trampel)werbung von Nokia, Sephora, Mountain Dew und Co..
Ganz konsequent durchgehalten wurde das Handkamera-Konzept übrigens nicht. In einigen Szenen kommt der "Kameramann" an einem laufenden Fernseher vorbei und filmt die dort laufenden Nachrichten. So bekommt man hin und wieder schon einen globaleren Eindruck von den Geschehnissen in Manhattan.
Das Einzige was mich persönlich wirklich an dem Film gestört hat, waren die Protagonisten. Die waren mir schon auf der Party am Anfang allesamt unsympathisch so dass ich ihren Überlebenskampf nicht außerordentlich bewegt verfolgen konnte. Verstärkt wurde das noch durch die unangenehmen deutschen Synchronsprecher, insbesondere der männlichen Protagonisten. Aber auch hier habe ich wieder feststellen müssen, dass das offenbar nur einigen der Zuschauern so erging.
Alles in allem habe ich mich aber über anderthalb Stunden gut unterhalten gefühlt. Mehr als gutes Popcorn Kino war es dann aber trotz des Handkamera Konzepts auch nicht. Die Story war einfach nicht innovativ genug dafür. Eine handvoll normaler Menschen muss hoffnungslos mit ansehen wie ein großes Monster die Stadt zerstört und das Militär vernichtet und am Ende des Films sind dann alle tot. Nicht wirklich neu...


















